Partizipation hat viele Gesichter. Wer hat wo mitgestaltet? Was gelang besonders gut? In zwei Workshoprunden erzählten folgende Projekte aus ihrem Alltag.

Best Practices 2016

"Handy ein - das Spiel beginnt"!

Projektleitung: www.aebi-hus.ch

„Handy ein – das Spiel beginnt“ wurde von der Stiftung aebi-hus im Rahmen des nationalen Programms „Jugend und Medien entwickelt. Zu den Kernelementen gehören die intensive Auseinandersetzung mit der digitalen Welt genauso wie die Diskussion und der abschliessende Talk mit dem Publikum. Für Interessierte steht ein praxisorientierter Leitfaden zur Verfügung.

Wirkung: Anhand von Theaterinszenierungen reflektieren und präsentieren Jugendliche ihren eigenen Umgang mit digitalen Medien.

Stichworte: Jugend - Theater - Kultur - Medien - Gesellschaft - Dialog

Von der Ersatzbank in die Startformation

Projektleitung: www.blindspot.ch

Blindspot ist eine Nationale Förderorganisation für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung. Blindspot setzt sich durch Integrationsprozesse innovativ für die Inklusion junger Menschen mit und ohne Behinderung und sozialer Auffälligkeit ein. Bekannte Projekte sind z.B. die Cooltour, Wintercamps oder Lareus Metro Sports. Die Kinder- und Jugend-Projekte von Blindspot entsprechen den altersgerechten Bedürfnissen und Interessen und geben eine Plattform für gemeinsame Erlebnisse: Klettern? Kanufahren? Skifahren? Alles ist möglich im inklusiven Miteinander. Dabei werden Vorurteile und Barrieren abgebaut und die Sozialkompetenzen aller Beteiligten gefördert.

Wirkung: Durch verschiedene Aktivitäten wird die Inklusion und Vielfaltsförderung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung unterstützt.

Stichworte: Inklusion - Freizeit - gemeinsam - keine Barrieren - Förderung

Verjüngungskur für die Schweizer Politik

Projektleitung: www.dsj.ch

Zurzeit gibt es in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein rund 67 Jugendparlamente (auch Jugendräte genannt), in denen insgesamt über 1‘500 Jugendliche aktiv sind. Durch die Jugendparlamente werden in Kantonen, Gemeinden oder Regionen die Interessen der Jugend von Jugendlichen selbst vertreten. Sie bringen ihre Anliegen selber in Politik und Gesellschaft ein, führen Projekte durch und stehen den Behörden und Politik in Jugendfragen als Ansprechpartnerinnen und -partner zur Verfügung. Die Jugendlichen lernen dabei, Verantwortung zu übernehmen, und erwerben politische, soziale sowie organisatorische Fähigkeiten. Jugendparlamente geben Jugendlichen eine Stimme, fördern die politische Partizipation und betreiben Jugendförderung im politischen Bereich.

Wirkung: Jugendliche vertreten ihre Interessen mit Jugendparlamenten.

Stichworte: Jugend - Politik - Demokratie - Partizipation - Dialog

Jugendliche reden mit und beleben das Badibeizli

Projektleitung: www.kiju-konolfingen.ch

Hier zählt die Sicht von allen: So haben am Mitwirkungstag in Grosshöchstetten Anfang März 2015 rund 36 Jugendliche teilgenommen. Unter der Leitung der Kinder- und Jugendfachstelle Region Konolfingen konnten sie sich zu ihrer Gemeinde äussern und Visionen entwickeln. Dabei thematisierten sie unter anderem ihr Bedürfnis nach der Optimierung des Freibads – hier wurde vor allem das Badibeizli vermisst, das seit Monaten pächterlos war. Am Mitwirkungstag entstand das Projekt "Badibeizli" inklusive Sammelaktion für die Infrastruktur. Das Beizli öffnete während zwei Wochen in den Sommerferien und an drei Mittwochnachmittagen. Das Projekt war als Ferienjob-Angebot gestaltet, die Jugendlichen wurden nach Richtlinien von jobs4teen.ch bezahlt.

Wirkung: Partizipation lässt Jugendliche Ideen in ihre Wohngemeinden einbringen sorgt für neuen Schwung.

Stichworte: Mitwirkung - Partizipation - Lebensraum - Identifikation

Die Gemeinde als Spielbrett nutzen

Projektleitung: www.mondopoly.ch

Das Begegnungsspiel Mondopoly nutzt eine Stadt, eine Gemeinde oder ein Quartier als Spielbrett. Die Spielteams besuchen verschiedene Spielfelder – und begegnen da Menschen an ihrem Wohn-, Arbeits- oder Freizeitort. Durch eine gemeinsame Aktivität erhalten sie Einblick in deren Leben und Denken. Die Teilnehmenden treffen auf andere Bürgerinnen und Bürger mit den unterschiedlichsten Hintergründen und Geschichten. Mondopoly bricht dadurch Vorurteile auf, hinterfragt Stereotypen, schafft Nähe und wirkt Ausgrenzung entgegen.

Wirkung: Teilnehmende entdecken die kulturelle Vielfalt am eigenen Wohnort.

Stichworte: Wohnort - Vielfalt - Dialog - Vorurteile abbauen - Spiel - Entdecken

Spielend aufwachsen – gute Aufwachsbedingungen schaffen

Projektleitung: www.voja.ch

Im Rahmen des Projektes SPIELEND AUFWACHSEN des Verbands offene Jugendarbeit im Kanton Bern (voja) wurden erste Hinweise gesammelt, was gute kommunale Aufwachsbedingungen ausmachen. Zusätzlich hat die voja vor, ein umfassenderes Bild von guten Aufwachsbedingungen zu schaffen. Der Verband will damit einen Grundstein für künftige politische Führungsinstrumente für die offene Kinder- und Jugendarbeit legen.

Hier setzt der Workshop an der Langen Nach der Partizipation an: Gemeinsam werden weitere Assoziationen gesucht und Elemente erarbeitet, um neue Kategorien zu bilden und mögliche politische Handlungsfelder zu definieren. 

Wirkung: Für Kinder sollen gute kommunale Aufwachsbedingungen geschaffen werden, für die Jugendarbeit ein Führungsinstrument.

Stichworte: Lebensraum - Spiel - Aufwachsen - Mitreden - Jugendarbeit - Leitfaden - Studie

YouReport – das junge Filmteam Köniz

Projektleitung: www.youreport.ch

YouReport hält besondere Momente filmisch fest und erstellt Reportagen über Veranstaltungen von Kirchgemeinden, Vereinen, anderen Organisationen und für Private. Das Filmteam besteht aus freiwillig arbeitenden Jugendlichen. Nach einem Kurs in Videojournalismus nehmen sie die Kamera in die Hand und setzen ihre Kreativität gezielt ein. Die jungen Reporter/innen können sich als Kameramänner engagieren, als Tonmeisterinnen mitmachen oder sich als Cutter „on the job“ einarbeiten. Wer will, kann die Hauptverantwortung übernehmen, den Job vom Filmkonzept über den Dreh bis zum Schnitt übernehmen und so ein Projekt von A bis Z durchziehen.

Wirkung: Jugendliche sind als Filmteam unterwegs, lernen mehr über das Medium und erhalten Einblick hinter die Kulissen von Events, Firmen und Organisationen.

Stichworte: Film - lernen - Journalismus - Engagement - Hobby - Spass - Nachwuchs

Kinder und Jugendliche entdecken die Wirtschaftswelt

Projektleitung: www.y-e.ch

Mit den Programmen von Young Enterprise Switzerland (YES) unternehmen Kinder und Jugendliche Entdeckungsreisen in die Welt der Wirtschaft und des Unternehmertum. So können Primarschüler spielerisch das Thema Gemeinde bearbeiten. In der Sekundarstufe gibt es Inputs zum Umgang mit Geld, Bewerbungstipps und Einblicke in die Grundzüge der Wirtschaft. Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufe II können dann gar ein eigenes Unternehmen gründen und für ein Jahr Geschäftsführer/innen sein.

Wirkung: Young Enterprise Switzerland zeigt jungen Menschen, wie Unternehmen, Gemeinden und die Wirtschaft funktionieren.

Stichworte: Wirtschaft - Ideen - Einblick - Jungunternehmer - selbermachen - learning by doing - Schule

Generationen tauschen sich aus

Projektleitung: GenerationenAtelier (Pro Senectute Kanton Zürich)

Im GenerationenAtelier kommen Personen aus allen Altersgruppen zusammen: Gemeinsam schmieden sie Pläne, arbeiten Projektideen aus oder entwickeln gar neue Vorhaben. Pro Senectute Kanton Zürich organisiert diese Ateliers jeweils mit verschiedenen Partnern vor Ort und stellt so auch den Kontakt zwischen den Generationen her. 

Die Zusammenarbeit der Generationen trägt Früchte: So sind in den Ateliers tolle Projekte entstanden und erfolgreich umgesetzt worden. So zum Beispiel die Jugendjobbörse der Jugendinfo Winterthur, die bis heute aktiv genutzt wird. Oder die Plattform obugoo.ch, ein Online-Wissenspool. 

Wirkung: Generationen tauschen sich aus und arbeiten und wirken zusammen.

Stichworte: Generationenbeziehung - Dialog - Projektarbeit - Miteinander - Engagement kennt kein Alter 

Aktive Mitwirkung in Vereinen

Projektleitung: Plan International Schweiz, www.plan.ch

Vereine sind aus der Schweiz nicht wegzudenken – zwei Drittel der Schweizer Wohnbevölkerung über 15 Jahre sind laut dem Freiwilligenmonitor 2016 Vereinsmitglieder. Als Orte des gesellschaftlichen Lebens eignen sich Vereine besonders gut als Übungsfelder für Kinder und Jugendliche, um Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, Handlungsspielräume und -grenzen kennenzulernen und Zusammenarbeit mit anderen zu erproben. Gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und Vereinsvertreterinnen und -vertretern schafft das dreijährige Projekt WIR REDEN MIT! Möglichkeiten und Formen, um Kindern und Jugendlichen eine aktive Rolle bei der Gestaltung ihres Vereins zu garantieren und ihr Engagement in Vereinen zu fördern.

Wrikung: Kinder und Jugendliche gestalten ihren Verein mit und übernehmen Verantwortung.

Stichworte: Kinder und Jugendliche - Vereine - freiwilliges Engagement - bedarfsorientierte Partizipation